Mittwoch, 17. Dezember 2014

Detox, Baby!

Da ist es wieder: das alljährliche Fressfest. Zwischen den vielen Weihnachtsfeiern, Restaurantbesuchen, Glühweinständen und Fast Food Bergen ist mir in den letzten Tagen bewusst geworden: ich mag nicht mehr. Ich mag morgens nicht mehr aufstehen, abends nicht mehr kochen und Sport machen ist trotz der gewonnenen Routine der letzten Monate irgendwie auch nicht mehr drin. Schlafen wäre fein! Aber wer trifft dann meine Freunde und besorgt die letzten Weihnachtsgeschenke? Und wo krieg ich jetzt den nächsten Keks her? Ich brauch Zucker!!

Ich will mich aber auch über die Weihnachtstage nicht einschränken. Heiligabend wird im Familienkreis groß gekocht, an den folgenden Feiertagen wird bei Omma ordentlich aufgetischt und Lebkuchen, Plätzchen und Schokonikoläuse schmecken erfahrungsgemäß nach dem Fest gar nicht mehr so dolle. Dann geht es aber auch direkt in den Kurzurlaub und da will ich erst Recht nicht auf die vielen Leckereien verzichten, die mir aus zahlreichen Boulangerien entgegen lächeln.

Was also tun? Mir müssen Zucker und Glühwein das Hirn vernebelt haben, denn nach einem langen Gespräch mit einer Freundin über ihre Neujahrs-Fastentradition habe ich mich umgesehen und mich für ein vorweihnachtliches Detoxprogramm entschieden. Klingt jetzt vielleicht für Ohren, die mich kennen, etwas seltsam ("Gibt's denn da auch Pommes?") und ich verspreche euch, dass das hier jetzt nicht zur Gewohnheit wird. Aber da ich mich auf der innerlichen Verklebtheitsskala momentan bei "warmes Karamellbonbon an Zahnfüllung" befinde und dieses Jahr eh die ein oder andere Challenge mit mir selbst gemacht habe - warum nicht zum Jahresende auch noch Detox. Einfach, um meinem Körper nochmal etwas Ruhe zu gönnen, bevor die Völlerei startet.

Ich erklär jetzt hier mal nicht groß, was Detox ist, ihr kennt ja alle google. Im Groben geht es darum, dem Körper für eine bestimmte Zeit keine "bösen" Lebensmittel mit viel Fett, Zucker und auch keinen Alkohol zuzuführen. Stattdessen: Kräutertee, stilles Wasser und drei (ungewürzte) Mahlzeiten am Tag. Vor jeder Mahlzeit zudem noch einen Esslöffel kööööööstlichen (Lüge!) Artischockensaft, um der Leber zu helfen. So sieht also seit Montag und bis Samstag meine Woche aus.

Meine Recherchen haben gezeigt, dass Detox so ziemlich die Lager spaltet. Manche schwören drauf, andere halten es für kompletten Bullshit. Ich sage: mir geht's gut. Besser. Vorallem, weil der Zuckerteufel auf der Schulter endlich die Schnauze hält. Nächste Woche darf er dann wieder aufspringen.

Und vielleicht geb ich euch in den nächsten Tagen noch einen Einblick, was es mit den ungewürzten Mahlzeiten auf sich hat. ;)

Prost!

Montag, 3. November 2014

Sommer

August.
Wir sitzen mit heißem Tee unter einer Decke auf dem Sofa, schauen raus in die graue Suppe und fragen uns, was mit dem Wetter los ist. Statt ins Freibad geht es in die Sauna, statt Eis gibt es Waffeln mit heißen Kirschen.

November.
In der Abenddämmerung gehen wir aus dem Haus. Die Jacke unter dem Arm stellen wir uns im T-Shirt an den Bergmannkiosk. Voll ist es hier! Das Bier ist angenehm kühl. Erfrischend bei dem Wetter. Am nächsten Tag geht es bei strahlendem Sonnenschein ins Schwimmbad, der Freibadbereich ist offen und voll, ich sitze im Bikini in der warmen Sonne und tanke Vitamin D. In der Hoffnung, dass ich Weihnachten nicht schwitzen muss.

Verrückte Zeiten.

Freitag, 10. Oktober 2014

Mein Job bringt mich an tolle Orte

Ich mag meinen Job. Vorallem für die Orte, an die er mich bringt. Zum Beispiel zu meinen heiß geliebten Industrieanlagen.






 

Donnerstag, 18. September 2014

Ausflugtipp: Dorsten | Auf den Spuren von Zeche und Hanse

Eigentlich wollten wir nach Essen, um bekannten Comicfiguren beim Quatsch machen zuzusehen und den Patensohn zu bespaßen. Dem Patensohn war aber nicht nach Spaß und schon gar nicht nach lange Auto fahren. Machte aber gar nix, blieben wir halt in der Heimatstadt. Da kann man sich nämlich auch einen schönen Nachmittag machen. Auch mit Kleinkind.

Wie ich schon öfter hier erwähnt habe, ist Dorsten eine Zechenstadt. Die Spuren sind, wie in anderen Pottstädten auch, noch heute sichtbar und (an vielen Stellen zum Glück) gut erhalten. Dorsten ist aber auch eine Kleine Hansestadt. Zu Zeiten der Hanse hatten die Dorstener Handelsleute dank der guten Lage an der Lippe Zutritt zu den Hansekontoren und Niederlassungen aller Hansestädte. Wieder was gelernt!

Die Lippe war dann auch unser erstes Ausflugsziel. Am Elternhaus meines Opas vorbei, von der Baldurstraße ab und schon stehen wir an einem Bach mit einem kleinen Wasserfall. Idylle pur!



Noch 200 Meter an der Pferdewiese vorbei und da ist sie: die Lippefähre. Ich hatte schon viel davon gelesen, jetzt wurde es Zeit, an Bord zu gehen! Wir hatten Glück: die Fähre hatte gerade angelegt. Gut für uns, denn das Teil wird mit Muskelkraft bedient. Ich musste leider Fotos machen, die Freundin durfte also ran.





Die Lippe ist an dieser Stelle nicht sehr breit, die Überfahrt ist also sehr gut machbar. Und man hat einen schönen, idyllischen Ausblick auf das Wasser und die Landschaft.

Drüben angekommen, spazierten wir Steine sammelnd an einem Bauernhof vorbei bis an das nächste Gewässer: den Kanal. Der wiederrum war Ziel vieler Ausflüge in meiner Kindheit und Jugend. Spazieren bis zur Schleuse, Kanu fahren und geschwommen wurde auch. Soweit ist der Patensohn aber noch nicht und langsam wurden wir auch hungrig, also ging es im Kleinkindtempo wieder zurück zur Fähre. Tja. Die hatten uns grade ein paar Radfahrer weggeschnappt und sie stand am anderen Ufer. Also hieß es Ärmel hoch und kurbeln! Uff. Und dann auch direkt wieder rüber. Herrje. Anstrengend, aber Spaß hat's gemacht!





Leicht transpirierend ging es dann weiter zur nächsten Station: der Gartenstadt Zechensiedlung im Stadtteil Hervest. Da wurde zu Beginn des letzten Jahrhunderts eine attraktive Siedlung für die Bergleute der damals neuen Zeche Fürst Leopold im Gartenstil gebaut. Und es ist so schön da!






A propos Zeche Fürst Leopold: hier wurde 1903 die erste Kohle gefördert, 98 Jahre später wurde die Anlage endgültig geschlossen. Seit 2013 findet man auf dem Gelände das Creativ Quartier Fürst Leopold mit Galerien, Gastronomie und sehr viel Herzblut.
Zufällig fand an diesem Wochenende auch das Sommerfest mit Kunst- und Handwerkmarkt statt, auf dem ich mich direkt mit Bärlauchpesto aus dem Allgäu und den ersten Weihnachtsgeschenken eindeckte.




Und wenn wir schon bei Weihnachten sind: das Ambiente der Anlage würde sich optimal für einen gemütlichen Weihnachtsmarkt eignen. Ich habe mich mit mehreren Ausstellern des Sommerfestes unterhalten, die gleicher Ansicht waren. Allerdings scheint der Bürgermeister da einen Strich durch die Rechnung zu machen. Sehr schade!

Den Abend ließen wir mit importiertem Bergmann Bier und einem anhänglichen Kater ausklingen, der dann auch gleich die Nacht auf meinen Beinen verbrachte. Es war grandios. Alles.

Und wie der Opa am Brunnen in der Zechensiedlung sagte: "Jetz is alle!"

Dienstag, 16. September 2014

Lazy Sunday: Still-Leben im Dortmunder Kreuzviertel

Es scheint sich schnell zu langweilen, dieses Kreuzviertel in Dortmund. Nicht, dass die Gefahr wirklich bestünde: es gibt jede Menge tolle Kneipen, kleine Lädchen, interessante Leute und immer was zu sehen und zu tun. Aber was ein vernünftiges, angesagtes Viertel ist, schüttelt sich alle paar Tage eine neue Veranstaltung aus dem Ärmel. Und ich finde das super!

Im Juli war ich bereits beim Kreuzviertel bei Nacht, Ende September werde ich die neue Delinale leider verpassen und am vergangenen Sonntag habe ich mit guten Freunden und tausenden anderen tollen Menschen am Still-Leben im Kreuzviertel teilgenommen.

Gutes Essen, Kameras und Smartphones - alles, was ein Blogger braucht.

Inspiriert wurde die ganze Sache von der Aktion auf der A40, bei der im Rahmen des Kulturhauptstadt 2010-Programms für einen Sonntag die A40 dicht war und von Fußgängern, Radfahrern und einem Haufen toller Angebote in Beschlag genommen wurde.

Die Mini-Ausgabe fand nun also am 14.09. auf der Kreuzstraße statt. 200 Tische, angemietet durch Vereine, Fanclubs oder (wie wir) picknickende Sonnenanbeter. Die Sonne spielte nämlich netter Weise auch mit und bescherte uns einen tollen Tag, an dem wir einfach entspannen, quatschen, Leute gucken und natürlich ohne Ende futtern konnten. Zu sehen gab es auch eine Menge, es folgt ein kleiner Ausschnitt.
Danke an Frauke, Gesa, Sebastian, Sabrina und alle nicht bloggenden Mitsitzer, es war ein toller Tag!

Zu früher Stunde war es noch beschaulich


Später musste man sich lang machen, um den Überblick zu behalten


Das Imperium hatte auch Besuch geschickt



Das Still-Leben war alles, außer still.

Und zu den Leuten von Lindy Pott muss ich auch mal

Dienstag, 12. August 2014

Hingehen: Pottburger | Dortmund Kreuzviertel

Ich bin mir sicher, über keinen anderen Laden im Ruhrgebiet wurde in den letzten Tagen so viel geschrieben, wie über Pottburger. Ich denke, auch die Pottburger-Leute selbst wurden überrascht von der starken Resonanz. Und ich glaube, hätte ich früher gewusst, wie sehr der Bulettenbraterei zu Anfang die Türen eingerannt werden - ich hätte mit der Tischreservierung noch ein paar Wochen gewartet.
Hab ich aber nicht, und so machte ich mich gestern zusammen mit Gesa, Sebastian und Frauke auf den Weg in die gepriesenen Hallen unserer neuen, kleinen Burgermanufaktur.


Als wir ankamen, standen die Leute schon bis draußen Schlange. Wir haben uns rein gewuselt und nach unserem Tisch gefragt, allerdings wurde da grade noch fleißig gefuttert. Naja, bei dem Ansturm kein Wunder und auch kein Problem, gucken wir uns also erstmal ein wenig um. Schön isset geworden! Viel Holz, schwarze Fliesen, Emailleteller, Einmachgläser mit hauseigener Limo - so rein optisch schonmal super!


Auf Else's Pott kam ich dann aber nicht, da mir hinter der verriegelten Tür eine leise Stimme zuwimmerte: "Geh besser woanders, mir ist schlecht....". Nun ja... Hoffen wir an dieser Stelle mal, dass das nicht am Essen lag. Da mussten wir unsere Erfahrungen ja erst noch machen.



Mit ein bißchen Verzögerung konnten wir dann auch Platz nehmen und ein sehr engagierter Kellner (erster Tag, wie wir später erfuhren. Hat man nicht gemerkt!) versorgte uns mit hausgemachter Erdbeer-Limetten-Limo (Bombe!) und unserem geliebten Bergmannbier. Prost! Dazu Klemmbretter mit der Beschreibung aller Burger und schon konnte es losgehen mit der Bastelei: Burger aussuchen, Brot wählen (Sesam, Ciabiatta oder Vollkorn), für Fleisch, Haloumi oder Veggie entscheiden und ab dafür. Wir bestellten alle was anderes, aber dazu auf jeden Fall jeder eine Portion Süßkartoffelfritten. Gar nicht so viel später (wir erinnern uns: es war rappelvoll und jede Wartezeit wäre absolut verständlich gewesen) standen dann unsere Burger vor uns. Ich hatte mich für einen Altobelli auf Vollkornbrötchen mit vegetarischem Patty entschieden. Und ich muss sagen: sau gut! Pesto auf dem Burger hatte ich noch nie, mit gegrillter Zucchini kriegt man mich eh immer und dann dazu die Pommes: super! Geschmacklich wirklich top!!


Einzige Kritikpunkte: Patty und Brötchen waren für meinen Geschmack ein bißchen trocken. Das schieb ich auf die volle Bude. Und die Pommes sahen (trotz absolut ausreichender Menge) auf ihrem eigenen, großen Teller eher aus wie ein kleinen Portiönchen. An den Burger gekuschelt (ich hab sie schnell rüber geschupst) sah das Ganze dann doch stimmiger und fotogener aus. ;)


Fazit: Lecker und empfehlenswert. Ich werd ganz sicher nochmal hin gehen. Aber mein Tipp an alle: lasst den Mädels und Jungs ein bißchen Zeit zum atmen. Die Burger schmecken auch im Herbst noch gut.

Ihr findet Pottburger in der Kleine Beurhausstraße 20. Fahrt am Besten mit der Bahn hin und steigt an der Möllerbrücke aus. Guten Appetit!

Montag, 21. Juli 2014

Ich schenke dir Zeit! - Nächster Teil

Oh man, einen Fleißstern für kontinuierliches Bloggen bekomme ich momentan wohl eher nicht. Aber mir kam das Leben dazwischen. Wie das halt immer so ist.

Aus der Reihe "Ich schenke dir Zeit", beruhend auf einem Weihnachtsgeschenk der lieben Miss James (mit der ich in dem Rahmen auch schon hier unterwegs war) ging es letzten Donnerstag nach Feierabend im besten Sommerwetter Richtung Westfalenpark. Das Ziel: Rauf auf den Florian und die tolle Aussicht über unsere Wahlheimatstadt genießen!


Nach einer kurzen Fahrt mit dem Aufzug ist man auch schon oben und hat (dem Wettergott sei's gedankt) eine Premiumaussicht über ganz Dortmund. Phönixsee, Phönix West, das U, das Stadion, der Aquädukt und Co. liegen einem zu Füßen und wiedermal kommt der längst abgedroschene, aber dennoch wahre Spruch in den Kopf: "Verdammt, is datt grün hier!"



Vor 18 Uhr kostet der Spaß, Eintritt in den Park und Turmauffahrt inklusive, 5 Euro für Erwachsene. Eine Investition, die sich sicher nicht nur an heißen Sommerabenden lohnt.
Danach empfehle ich übrigens unbedingt noch einen Abstecher in den Spaten Garten oder eine der anderen netten Lokalitäten im Park.



Mittwoch, 28. Mai 2014

Ich schenke dir Zeit!

Dieser Eintrag kommt ein paar Monate zu spät, aber wie das immer so ist... Machste nix. Jetzt ist schon fast Juni und zudem liegt dieser Beitrag schon wieder eine Woche im Entwürfeordner. Dann jetzt aber mal ans Licht damit!

An einem kalten, dunklen Abend Anfang Januar überreichte mir die von mir äußerst geschätzte Miss James zwischen zwei Kaiserstraßen-Falafeltaschen ein verspätetes Weihnachtsgeschenk. Langeweile ist seitdem (zumindest für 2014) bei mir ausgeschlossen, denn die Gute schenkte mir für jeden Monat eine Portion von dem, über das wir alle klagen, dass wir zu wenig davon haben: Zeit. Und das in Kombination mit tollen Ausflügen zu den heißesten (und leckersten) Ecken unserer Stadt Dortmund.

Wir waren schon beim Nachtflohmarkt, haben versucht, in die Straßenbahnkneipe auf der Kampstraße zu gehen (die komische Öffnungszeiten zu haben scheint) und in diesem Monat waren wir im ZOO! Zwischen Orang Utan Babys, Ziegenbabys, Rentierbabys, Nashornbabys, Menschenbabys mit Segelohren und bei strahlendem Sonnenschein legten wir uns mit unseren Kameras auf die Lauer. Heinz Sielmann wäre stolz auf uns gewesen!














Gemeinsam schöne, lustige und interessante Stunden zu verbringen ist in so hektischen Zeiten wie der heutigen wohl das beste Geschenk, was man machen kann. Daher auch an dieser Stelle nochmal ein großes DANKE! :)