Sonntag, 27. Oktober 2013

Dancing with myself

Entschuldigt die blöde Bildsprache, aber: nachdem das erste Halbjahr 2013 im Schatten einer unglücklichen Gesamtsituation stand, wurde und wird es im zweiten scheinbar Zeit, über eben jenen zu springen.
Dass ich alleine auch ganz gut klar komme, wusste ich ja schon immer, aber in den letzten Monaten hab ich die Sache mal auf die Probe gestellt. So war ich zum ersten Mal alleine im Urlaub, vor ein paar Wochen alleine im Kino, immer mal wieder alleine im Café und sowieso zwischendurch nur mit mir auf Entdeckungstour durch meine neue Stadt. Man könnte mich für den einsamsten Menschen der Welt halten, aber ich find das zwischendurch sehr super so!



Naja, was auf der Liste noch fehlte, war das alleine feiern und tanzen gehen. Kam für mich bisher auch nie in Frage, denn 1. feiern ohne quatschen können kann doch nicht funktionieren und 2. bin ich viel zu schüchtern, um alleine in einen Club zu gehen. Was, wenn ich bekannte Leute treffe und mir dann die Blöße geben muss, alleine da zu sein? Siehe oben, einsamster Mensch und so. Aber: warum sollte mich dieses Bild stören? Schließlich hätte ich mir die Situation ja selbst ausgesucht und würde mich dementsprechend wohl dabei fühlen (müssen). Theoretisch.

Jedenfalls kam es für mich nicht in Frage, alleine einen Club zu betreten. Bis zu diesem Samstag. Alle Freunde weg oder müde oder anders verhindert, meine Ausgehlaune auch nicht existent und auf dem Sofa hatte ich mich auch schon eingerichtet. Und dann fiel mir um 23 Uhr mit einem großen Rumms die Decke auf den Kopf und mit ihr kam die Einsicht, dass genau JETZT der Zeitpunkt war, das Projekt "Mutprobe 2013" auf ein neues Level zu heben. Also wickelte ich mir noch schnell eine Socke ins Haar und bevor ich es mir anders überlegen konnte, war ich auch schon auf dem Weg zur Großmarktschänke. Die wartete an diesem Abend mit "Rock-Classics, Indie-Tunes & High-Voltage-Rock ’n’ Roll" auf und zeichnet sich sowieso dadurch aus, in 15 Minuten zu Fuß erreichbar zu sein. Also ab dafür.




Und Überraschung: wenn man alleine rein kommt, gucken einen gar nicht alle an. Die Leute an der Bar sind nett wie immer und wenn man sich erstmal eine halbe Stunde mit dem ersten Bier an die Theke setzt, guckt auch niemand blöd. Irgendwann kommt dann der klassische Berufsalkoholiker, der sich auf den Hocker nebenan setzt und gibt damit das Signal, dass es Zeit ist, auf die Tanzfläche zu wechseln. Und das macht man dann einfach.


Erinnert ihr euch noch an die Kinder-/Jugenddisco, als man alles darum gab, irgendwie cool zu sein? Und sich beim steifen von-einem-Fuß-auf-den-anderen-treten total blöd vorkam? So ungefähr fühlt es sich an, wenn man alleine unterwegs ist und die noch recht leere Tanzfläche stürmt. Zwischen Paaren und großen Cliquen, die im Kreis tanzen. Ist aber nach gefühlten 5 Sekunden verschwunden und in meinem Fall hieß das dann, dass ich 3 Stunden kaum noch von der Tanzfläche runter kam. Außer, um mal auszutreten und ein neues Getränk zu holen. Aber was war das ein Spaß! Der DJ hat aber auch ganz tief in der Britpop-Kiste gekramt und nur die besten Stücke gespielt. Ein paar kurze Gespräche waren auch dabei, aber die mussten nichtmal unbedingt sein. 


Ein toller Abend, den ich mit einem großen Grinsen beende, während ich mich über die Erkenntnis freue, dass man wirklich ALLES alleine schaffen kann. Nächstes Mal nehme ich aber wieder meine Freunde mit. Ich will ja nicht zum Eremiten werden. Gute Nacht.



Kommentare:

  1. hey corinna! super beitrag!! es lebe das Cosmotopia, geh da auch immer hin ;)..
    ich fands am freitag übrigens total nett und ich finde dass wir es wiederholen sollten!

    viele liebe grüße, sabrina.

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    1. Hey Sabrina! Danke! :) Ich fand den Nachmittag auch super, Wiederholung definitiv erwünscht. :))
      Liebe Grüße!

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  2. Hey, das klingt nach einer guten Erfahrung.
    Schade, das manche allein mit keinen Freunde haben verbinden. Ist es doch super schön wenn man sich mit sich selbst versteht und auch einmal allein sein kann. Das birgt eine große Zufriedenheit für´s Leben.
    Find ich klasse was du da gemacht hast. :-)

    Liebste Grüße

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