Sonntag, 29. September 2013

Mädchenwochenende

Es gibt Menschen, die sieht man nur 3 Mal im Jahr, und trotzdem ist es bei jedem Treffen so, als sei nie was gewesen. Außer, dass sich ein immenser Gesprächsbedarf aufgestaut hat.
Also: Freitag zum Bahnhof, über den Bahnsteig hüpfen, in die warme Wohnung fahren und gemeinsam Essen machen, ein paar Gläser Wein trinken. Aus "sorry, aber ich werde heute wohl nicht alt" wird dann unbemerkt doch 2 Uhr morgens, die Gesprächsthemen wollen einfach nicht ausgehen und irgendwann liegt man redend im Bett, analysiert noch diese und jene Situation und pennt mitten im Satz weg.


Jetzt hatte dieses Wochenende auch das Ziel, die schönen Seiten von Dortmund zu zeigen. Das fiel aber gar nicht schwer. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite, "mein" Kaiserstraßenviertel kann sich eh sehen lassen, im Kreuzviertel warteten nette Cafés und Läden auf uns und ab nachmittags ging es gemeinsam mit Gesa zur Dortmunder Museumsnacht. Was haben wir gelacht!!



Und Sonntag nach dem Frühstück war dann alles viel zu schnell wieder vorbei. Ein Wochenende voller Mädchenkram (Schminktipps, Jungs und ja, auch ein bißchen lästern), gutem Essen, Bier und Lachen, bis die Tränen liefen. Danke an die Mitwirkenden, das müssen wir öfter machen!

Mittwoch, 4. September 2013

Rom! Teil 3

Es läuft ja nicht immer alles so, wie man sich das vorstellt. So erscheinen Blogposts dann auch mal später als gedacht, goldene Blog Boosting Regeln werden außer Acht gelassen und im Urlaub in Rom ist auch nicht alles eitel Sonnenschein. Und dann ist die versprochene letzte Liste auch noch einen Punkt kürzer, als alle anderen. Tja. Man kann halt nicht alles haben.

Aber ohne weitere Umschweife hier nun die lang erwartete Liste der Dinge, die an Rom nerven. Und zwar big time. Zumindest, wenn man ich ist. Da das nur auf mich zutrifft, könnt ihr für euch selbst entscheiden, ob ihr das auch so seht. Dafür müsst ihr aber erstmal nach Rom fahren. Also los!

4. Die Touristen
Ja, ich weiß. Im Juli, also zur Hauptreisezeit, nach Rom zu fahren und dann über die Touristenmassen zu moppern, ist ungefähr auf einem Niveau mit in Deutschland leben und über das Wetter meckern. Sinnlos. Aber, wie oben erwähnt: meine Liste, meine Nerven. Und die werden durch träge Menschenmassen extrem belastet. Morgens um halb 9 schon um 2 Ecken in der Warteschlange stehen? Nervig. Im Bus mit anderen verschwitzen Touris kuscheln? Nervig. Auf Treppen sitzen und umgerannt werden / irgendwo die Aussicht genießen und sich dumme Fragen anhören müssen / in erneuten Warteschlangen stundenlang auf Fußpilz starren und in Ausdünstungen stehen? Obernervig.

Morgens, halb 9 in Rom. Bissken wat voll.


3. Die Straßenverkäufer
Wo viele Touristen sind, wittern Plastikmagnaten und Ramschkönige das große Geschäft. Und schicken ihre armen Untertanen auf die Straße, um den sonnegeblendeten, durch die Hitze hirnverkochten, von Urlaubsendorphinen strotzenden und dadurch sehr dummen Zugereisten irgendeinen Schund anzudrehen. Plastikfächer in schillernden Farben, die nach zwei Mal wedeln auseinander fallen. Hüte und Schals, deren Chemiegeruch bei mir mehr Panik auslöst als damals der Zwischenfall in der Schule, als der Chemielehrer das Bromfläschchen fallen ließ. Postkarten, Sonnenbrillen, irgendein Quatsch aus Holz. Und natürlich das ständige Angebot "Wanna skip the line? Guided tour!". No, thank you.

Sortimentswechsel in 2 Sekunden. Von Fächern zu Regenschirmen.


2. Die Rosenverkäufer
Kommen wohl aus dem gleichen Kabuff wie die anderen Straßenhändler, haben aber noch eine etwas perfidere Art, zu nerven. So saß ich an einem der ersten Abende auf meinem Lieblingshügel Pincio, genoss die Aussicht über die ganze Stadt, hatte nette Musik im Ohr und auch mal gar nicht so schlimme Touristen um mich rum (s. Punkt 1), als ein schon fast niedlich deformierter Typ angeschlufft kam. Im Arm ein Bündel Rosen, in den Händen allerlei Krempel. "Wanna buy?" "No, thank you!". Da war ich noch nett. Und er legte mir eine Rose vor die Nase. Als Geschenk. Is klar. Naja, er schluffte von dannen, die Rose blieb an ihrem Platz und guckte sich mit mir weiter die Stadt an. Dabei verströmte sie diesen widerlichen Geruch von... naja, Rosen halt. Ich mag die einfach nicht. Egal. Jedenfalls kam Ette zurück und verlangte einen Euro. Und war sehr erbost, als ich ihm diesen nicht geben wollte. Ich mag nämlich weder Rosen, noch mir irgendeinen Quatsch aufdrängen zu lassen. Und deshalb ging der Euro (und noch etwas mehr) an den Musiker, der einfach nur nett in der Gegend stand und sang.

Um die Harmonie zu fördern, an dieser Stelle ein Stück Kuchen.

1. Die Lautstärke
Man kennt das z.B. aus dem Restaurant. Führen mehrere Menschen Gespräche in unterschiedlichen Gruppen, steigt der Lautstärkepegel immer weiter an, weil man sich irgendwann schlechter versteht. Letztendlich sitzen 20 Leute in einem kleinen Raum und brüllen sich die Seele aus dem Leib, um sich überhaupt noch verständigen zu können. Ungefähr so ist Rom. Nur sind es mehr Leute. Viele davon sind schon von vornherein mit einem, nun ja, lauten Organ ausgestattet. Und dann ist sich ja irgendwie auch noch jeder selbst der Nächste und möchte seine Meinung gehört wissen. Wenn Mutti dann am Brunnen steht, 20 Meter weiter weil Vatti keinen Sinn darin sieht, seiner Gemahlin hinter her zu gehen, sondern lieber mit breitem Kreuz kleinen Touristinnen den Blick versperrt; oder der Vespa-Fahrer hupend darauf aufmerksam macht, dass eine Straße kein Spazierweg ist; oder ein Kind dreimal so laut flennt als sonst, weil Mama ansonsten ja nicht mitkriegt, wie schlimm schrecklich es grade gefallen ist - dann PLATZT EINEM DER KOPF!

Und sie reden. Alle.


Aber Rom war schön. Wirklich.

Ich will doch nur meine Ruhe.