Mittwoch, 10. Juli 2013

Wien


Man muss bekannte Städte ja auch mal aus einem anderen Blickwinkel sehen. Familie besuchen geht immer, aber schon mal mit 4 Nerds nach Wien gefahren? Kann ich jetzt auf meiner langen To-Do-Liste auch abhaken.

Los geht’s Freitagabend. Im Zug gondel ich mit Nerd #1 Richtung Flughafen. Erklärtes Ziel dieser Reise: Österreich erretten und das kleine Land annektieren. Ah ja. Was man dazu unbedingt braucht: einen vernünftigen Pegel. Also fließt der erste halbe Liter Bier schon im Zug den Hals runter. Im Flugzeug dann erwartet stilvoll klassische Musik, man reicht dazu Weißwein und Salzgebäck.

Schon leicht einen im Schlappen, erreichen wir gegen 22.30 Uhr endlich das erste Etappenziel im 2. Bezirk. Dort werden wir (wie könnte es anders sein) mit Bier erwartet. Prost. Nerds #2-4 trudeln auch ein und haben sich ihrerseits bereits ebenfalls etwas eingepegelt. Dann mal los in den 1. Bezirk, Kopfsteinpflaster und alte Gebäude sind erstmal unwichtig, es gibt eine Mission zu erfüllen. Und Pläne schmiedet man nicht in Touristenzentren, sondern in altehrwürdigen Gewölbekellern mit großen Gläsern voll (ihr ahnt es) Bier. Dazu wird selbstgebranntes gereicht. Es schmeckt. 


Als es wieder hell wird, steht der Plan für die freundliche Übernahme, aber leider hat unsere Reisegruppe nicht bedacht, dass es dazu eines wachen Geistes und eines (wenigstens rudimentär) gebrauchsfähigen Körpers bedarf. Schlaf ist also unabdingbar.

Die Sonne steht daher schon wieder hoch am Himmel, als wir uns erneut versammeln, um dem Plan Taten folgen zu lassen. Aber wozu der Stress, erstmal ein Bütterken und dazu ein kleines Bier, hier getarnt unter dem putzigen Namen „Pfiff“. 


Nebenan wird dann noch schnell die Marschverpflegung für den Tag besorgt. Mit Weißweinschorle und Energy Drinks marschieren wir los und schauen uns erstmal an, wie die Vorväter das mit dem Krieg so geregelt haben. Man muss sich ja auch informieren und will keine Fehler wiederholen. 


Während die Nerds das mal eruieren, hoffe ich inständig, nicht besoffen ins Museum zu kotzen (wie damals in der Heimatstadt, oben auf den Treppenabsatz, aber das ist eine andere Geschichte) und liebäugel gerade mit der Idee, mir einen der rumstehenden Panzer für eine kleine Spritztour auszuleihen, als es auch schon weiter geht. Ab auf den Berg. Das Land inspizieren. 


„Und das, mein Sohn, wird alles irgendwann dein sein!“ höre ich noch, als man mich auch schon wieder almabwärts treibt, runter in die Stadt, wo die Schnitzel warten. Und das Bier natürlich. Und der neue Plan. Wir gehen einen anderen Weg – wir essen den Ösis einfach das Hirn weg! Mein Vegetarierherz übergibt sich mehrmals, aber den Nerds scheint es zu schmecken. Sind ja auch im Blutrausch.

Doch das Land scheint sich zu wehren. Am nächsten Morgen wache ich gezeichnet mit schlimmsten Blutergüssen am ganzen Körper auf und kann nur kapitulieren. Vorerst. Dann also doch noch das Touriprogramm. Und die Erkenntnis, dass Wien mit Nerds auch sehr gut geht. 



Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Kommentare:

  1. Die Geschichte mit dem Heimatmuseum möchte ich gerne mal hören/lesen :)

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    1. Vielleicht mach ich mal einen Beitrag mit den absurdesten Orten, an denen ich mich als Kind übergeben habe (seit 1993 ist da "leider" nix mehr passiert).

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