Freitag, 5. April 2013

Und dann München.

Wenn man schon mal im Süden ist und die viel zu weit weg-Freunde besucht, kann man in Freiburg auch wieder in den Fernbus springen und sich in 5 Stunden nach München fahren lassen. Die Strecke ist sogar ganz schön, denn es geht durch den Schwarzwald, am Bodensee entlang und irgendwann fällt man dann am Münchner ZOB aus dem Bus. Von da aus dann den besprochenen Treffpunkt am Hauptbahnhof zu finden, ist dann nochmal ein anderes Abenteuer.

Klarer Fall von zu viel versprochen

Anders, als die Temperaturanzeige im Bus vermuten ließ, empfing München mich frostig und weiß. Also schnell mit der Bahn und dem Gastgeber nach Maxvorstadt, Gepäck abliefern und dann auf ein erfrischendes Bier und wärmenden Schokokuchen (mit flüssigem Kern....) in eine Kneipe ums Eck. Besser kann ein Münchenaufenthalt nicht beginnen!

Am nächsten Tag dann: Schnee, Schnee, Schnee. Und leider keine Begleitung, denn der Gastgeber musste kurzfristig doch arbeiten. Und dann essen gehen. Aber Coco Lores ist ja ein großes Mädchen und kann sich prima selbst beschäftigen. Erstmal ein bißchen durch Maxvorstadt schlendern. Natürlich merkt man, dass hier die Uni ist - viele Cafés und Kneipen, nette kleine Läden, viele Leute und wohl die höchste Hipsterquote (die aber so hoch dann überraschender Weise doch nicht war).

Dann zu Fuß Richtung Altstadt. Hofgarten im Schnee, Odeonsplatz im Schnee, Theatinerstraße im Schnee... Und alles ohne Handschuhe. Zum Glück bietet München mehr als genug hübsche Kirchen, in denen man sich aufwärmen und dabei noch ein bißchen was lernen kann. Oder man setzt sich in einen Buchladen und liest, was man in der Stadt noch so machen kann.



Zum Beispiel ins Biermuseum gehen. Ein bißchen Geschichte zur Münchner Bierbrauereikunst und zum Oktoberfest, vorallem aber ein schönes, altes, schiefes Haus mit niedrigen Türen und krummen Wänden. Hübsch! Und warm! Dann ist auch schon Mittag. Und immernoch Dienstag. Dass das ein Problem ist, stelle ich vor den Pinakotheken fest, denn die haben zu. Schade. Dann geh ich halt was essen. Und stelle fest: wenn man alleine unterwegs ist, muss man scheinbar länger auf eine Bedienung warten.

Der Rest des Tages ist dann rumlaufen, fast überfahren werden und mit einem Frozen Joghurt und einem neuen Buch in der Hand zurück in die Wohnung.

Ein Prosit der Gemütlichkeit


Und dann steht auch schon der letzte Tag meines Ausflugs an. Den Plan, in das Deutsche Museum zu gehen, schmeiße ich über den Haufen und schlender stattdessen nochmal kreuz und quer durch die Altstadt, lache Menschen aus, die in 20m langen Schlangen vor einem Klamottenladen warten und warte dann selber einige Zeit auf meinen Gastgeber. Unter einem Torbogen. Was später noch interessant wird. Zum frühen Feierabend geben wir uns die Tourikante und schlendern zum Hofbräuhaus. Hier bietet man uns ein Stück geräuchertes Fett an, was wir dankend ablehnen, aber ne Mass ist drin. Und dann noch ne halbe. Und etwas Brot. Und quatschen und lachen und wieder warm werden. Dann ist leider auch schon Zeit für die Rückfahrt, diesmal mit der Bahn. In der es rattenkalt ist (Vorteil Fernbus), weshalb ich mir meinen Mantel zur Decke umfunktioniere. Und das sehe:

Himmiherrgottsakramentzefixhallelujah


Unter dem besagten Torbogen hat mir doch tatsächlich ne Taube auf die Schulter gekackt! Ich muss so laut lachen, dass die Mitreisenden sich umdrehen, aber egal. Jetzt kann ich mir auch die komischen Blicke der Umstehenden erklären, die mit mir am Tor standen. Und sorge beim Gastgeber nochmal für viel Spaß.

Trotz Schnee, Kälte und Vogelscheiße war München alles in allem schöner und unterhaltsamer, als ich es von meinem letzten Besuch vor 10 (!!) Jahren in Erinnerung hatte. Was aber auch zum Großteil an meinem tollen Gastgeber Jo lag, der nebenbei echte Prominenz ist: Vize Deutscher Meister im Rummikub! Das muss man erstmal schaffen! Danke für die tolle Zeit!

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