Mittwoch, 6. März 2013

Hamburg! Die Anreise.



Es gibt Leute, die waren noch nie in Hamburg. Und haben damit eindeutig was verpasst. Um dem entgegen zu wirken, schnappte ich mir am vergangenen Wochenende die kleine N. mit dem Plan, ihr die Perle an der Elbe zu zeigen.

Treffpunkt: Hauptbahnhof Gelsenkirchen, 18 Uhr. Absolut pünktlich fährt dann auch unsere Bahn ein – der HKX, eine relativ neue Alternative zur Deutschen Bahn, der für schmales Geld und mit wenigen Zwischenstopps von Köln nach Hamburg und zurück fährt. Kurze Verwirrung zu Beginn – wo genau finden wir unsere Plätze? Eine durchnummerierte Wagenreihung gibt es nicht und mit den Kürzeln auf den Tickets können wir nichts anfangen (jetzt bin ich schlauer: sie stehen für oberer Doppelstock (oDo) und unterer Doppelstock (uDo)). Die Waggons sind eine Mischung aus alten Wagen mit 6er Abteilen, die ich noch aus den 80ern kenne, und modernen Doppelstockwagen, wie sie die Deutsche Bahn auch in den Regional Expressen einsetzt. Eine nette Zugbegleiterin sieht die Fragezeichen in unseren Augen und sortiert uns direkt in den richtigen Waggon, gibt uns aber noch mit auf den Weg, dass es voll ist. Sehr voll! Und tatsächlich: die Gänge stehen voll mit Koffern, denn leider gibt es kaum Abstellfläche für großes Gepäck. Daher quetsche ich meinen Rucksack unter den Sitz, falte mich selbst irgendwie in den Viererplatz, ohne mich mit den Beinen meines Gegenübers zu verknoten, und dann geht die Fahrt auch schon los. Wenn man einmal sitzt, ist es dann auch sehr angenehm. Das Personal ist sehr freundlich, die Durchsagen teilweise ziemlich unterhaltsam. An Bord gibt es wohl auch ein Bistro mit kleinen Snacks und Getränken zu einigermaßen okayen Preisen (im Bahnhof ist es nicht teurer), aber wir sind Selbstversorger, daher kann ich zu der Qualität des Angebots nicht sagen. 

Nach knapp 3 ½ Stunden kommen wir pünktlich wie die Maurer in Hamburg-Altona, der Endstation, an. Es zwickt nichts (wir hatten also genug Platz zum sitzen), unserem Gepäck geht es gut, die Laune ist bestens. 

Die Rückfahrt zwei Tage später erleben wir ganz genauso. Während die Bahn in Altona noch recht leer ist, nimmt die Fahrt am Hauptbahnhof leichte Loriot-Züge an. Köpfe unter fremden Achseln, Omis, die über Koffer klettern, Geschäftsmänner, die sich kampferprobt ihren Weg durch die Massen bahnen – für die betreffenden Personen sicher nicht angenehm, aber wir haben unseren Spaß. Und wer schon mal zur Hauptverkehrszeit mit der Bahn im Ruhrgebiet unterwegs war, ist solche Szenen gewohnt. Nach 10 Minuten saßen dann auch alle und die Fahrt ging ohne Probleme weiter.

Mein Fazit: Kann man absolut machen. Ich habe auch schon ICEs erlebt, die voller waren. Und bei einem Fahrpreis von 18 Euro erwarte ich persönlich nicht, in einem ruhigen Abteil zu sitzen, meinen Koffer in einem großen Regal wissend und die Füße entspannt auf ein Bänkchen zu stellen. Ich würde es jederzeit wieder tun!

Edit: Die Preise variieren wohl je nach Auslastung und Reisedatum, sind aber trotzdem immer günstig. :)

Kommentare:

  1. Danke für die Info, hab mich immer schon gefragt, ob sich das lohnt :)

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    1. Meiner Meinung nach ja. :) Hab im Vorfeld schon viel Kritik gehört, aber die hat sich für mich nicht bestätigt. Angenehme Mitreisende, nettes Personal und wie gesagt: bei dem Preis kann man keine 5-Sterne-Reise erwarten. :)

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  2. Hihi, die lorioteske Szene bekomme ich nun den ganzen Tag nicht mehr aus dem Kopf!
    Klingt aber nach einem wirklich guten Tipp!

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    1. Hehe, ja, wir mussten auch sehr lachen. :D "Mein Name ist Lohse. Ich fahre hier Bahn!"

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  3. Interessant etwas über den HKX zu lesen. Hamburg ist ja (neben Berlin und dem ganzen Ruhrpott sowieso) immer eine Reise wert und dieses Jahr gibt's die internationale Gartenschau (IGS), weßhalb ich überlege auch mal wieder hinzureisen.

    LG Michael

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