Samstag, 30. März 2013

Bus fahren und Freiburg

Leider wohnen viele der guten Menschen weit weg. Grund genug, ein paar Tage Urlaub zu nutzen, um diese Leute im Süden zu besuchen. Und warum dazu nicht auch mal ein "neues" Transportmittel benutzen!?
Also machte ich mich am vergangenen Samstag zu unchristlicher Zeit auf den Weg nach Düsseldorf. Und stellte fest: im schicken Dorf am Rhein sieht es morgens um 6 nicht anders aus, als in Dortmund auf dem Arbeiterstrich. Nun ja.

Ich war allerdings für "Mein Fernbus" da. Mit dem Reisebus quer durch Deutschland für vergleichsweise wenig Geld - da bin ich doch dabei! Etappe 1 führte mich für 18 Euro und in  6 1/2 Stunden von Düsseldorf (über Köln, Straßburg und Kehl) nach Freiburg. Mit guter Musik und netten Mitreisenden eine gute Sache! Nur das mit der Beinfreiheit wäre nochmal zu überdenken.

Dann pünktlich um 13 Uhr Ankunft in Freiburg und große Wiedersehensfreude zwischen Reisebussen und in zweiter Reihe parkenden Autos. Und da der Gastgeber mich drum bat, ist der Rest des Eintrages ihm gewidmet.

Mit Türmchen!

 Jan macht die besten Stadtrundfahrten in 10 Minuten. Danach hat man alles wichtige gesehen. Dann fährt Jan dich zu seinem bescheidenen Heim - einer zweistöckigen Wohnung mit Türmchen und Dachterrasse, die er mit seiner tollen Freundin S. bewohnt. Wäre es hier zu Hause nicht auch toll, wäre ich dem akuten Wohnungsneid verfallen!

Ich wiederhole: Türmchen!!

Kurzes Nickerchen im eigenen Bett (inkl. Schoki auf dem Kissen), dann in die nette Innenstadt von Freiburg. Ich bin wieder mal froh, kein High Heel Mädchen zu sein, denn Freiburgs Altstadt garantiert Knochenbrüche bei Schuhen oberhalb Sneaker Niveau. Und wo wir grad bei Klamotten sind: diese Stadt ist Funktionsjacken-Territorium. Leute zu zählen, die KEINE dieser Jacken tragen, macht mehr Sinn.

Fußfreundliche Straßen. Und Bächle.

Natürlich kennt Jan die Hotspots und angesagtesten Kneipen der Stadt, daher ging es um 17 Uhr auf ein erstes Bier in Kneipe Nummer 1. Dann Essen in Kneipe Nummer 2. Namen merken war noch nie meine Stärke. Leicht gemacht hat es mir dann Kneipe Nummer 3, in der wir auch versackten, die gutes Bier bot und unterhaltsame Menschen und gute Musik. So konnte ich nachts um 2 sagen: "Ich habe einen im Schlappen im Schlappen!"



Und weil das noch nicht genug Grund zur Freude war, verkündeten Jan und S. noch in dieser Nacht: Morgen fahren wir in den Eichhörnchenwald! EICHHÖRNCHEN!



Am Sonntag dann also gut gefrühstückt, Müsli eingepackt und ab ins Auto. Oben in den Bergen dann die Enttäuschung: SCHNEE! Daher auch keine Eichhörnchen. Was ein Ärger. Gegen die Aufregung dann Wurst und Waffeln im Dörfchen.

Dem Gastgeber versprochen: Ein Wurstfoto.

Die kulinarische Reise ging abends weiter, denn Jan kann nicht nur Stadtrundfahrten, sondern auch Essen machen. Und was bietet man dem Gast aus der Ferne beim Besuch im Ländle? Käsespätzle natürlich! Nomnomnom...

Fazit: Freiburg ist ein nettes Städtchen mit komischem Dialekt, halsbrecherischen Böden, gutem Bier, einem tollen schweizer Supermarkt mit hässlicher Osterschokolade, aber vorallem mit tollen Freunden! Danke euch für die tolle Zeit! Nur den Tatort am Sonntag werde ich euch so schnell nicht verzeihen. ;)


Montag, 18. März 2013

Analoge Menschen und gute Musik

Und plötzlich sind da Menschen in deinem analogen Leben, die du vorher lange Zeit nur vom Lesen kanntest. Ich find das ja super. Voll!

Eine davon ist die werte Miss James, mit der ich ja bereits seit einiger Zeit die Dortmunder Kletterwände bezwinge, das Lauf"vergnügen" teile und vor Kurzem das Triggerfinger Konzert besucht habe. Da die Gute nicht nur meinen Musikgeschmack teilt (ich ziehe vor ihrem trotzdem den Hut... was die alles kennt!), sondern auch in Sachen Konzertterminen immer auf dem Laufenden ist (behaupte ich bei den drölfzig Konzertbesuchen pro Jahr einfach mal) überraschte es mich wenig, als sie mich fragte, ob ich sie und Anhang nicht am vergangenen Samstag zum Konzert der Liga der gewöhnlichen Gentlemen begleiten möge.

Die Gentlemen sind sowas wie die Nachfolgeband von Superpunk. Geblieben sind Sänger/Gitarrist Carsten und Bassist Tim. Dazu geholt haben sie sich einen Schlagzeuger, einen Kollegen für die zweite Gitarre und Blasinstrumente sowie einen Keyboarder, der auch sehr virtuos die Trillerpfeife spielt.
Superpunk mochte ich ja, trotzdem musste ich mich erstmal kurz einhören, bis ich den Entschluss fasste: da bist du dabei! Und natürlich habe ich es keinen Moment bereut. Denn das Konzert im gemütlich kleinen Grend hat einfach großen Spaß gemacht! Tanzbare Musik, Texte "Mitten aus dem Leben" (O-Ton Carsten Friedrichs) und nette Begleitung - was braucht es sonst für einen feinen Abend?

Im Gegensatz zu Bernd Begemann himself fand ich dieses Cover super:



Und noch ein bißchen was ohne Text...



 Etwas genervt haben auch dann nur die Besoffskis um uns rum, die sich nicht nur der Band anbiederten, sondern auch mal wieder laut quatschend neben mir standen. Unterhalten auf Konzerten hin oder her - bitte nicht IN meinem Ohr! Danke. ;)

Montag, 11. März 2013

Kristofer, die Kombüse und eine Currywurst

Der Frühling ist wieder weg und hat mir zum Abschied eine Erkältung da gelassen. Wie überaus freundlich.

Als das Wetter noch schöner war, also letzten Mittwoch zum Beispiel, verschlug es uns nach langer Zeit mal wieder nach Oberhausen ins Druckluft. Und das gleich aus mehreren Gründen. Zum einen fand dort am Abend ein Konzert von Kristofer Aström statt. Zum anderen kann man im Jugend- und Kulturzentrum Druckluft seit einiger Zeit auch vegan essen gehen. Burger, Gyros, Currywurst, Pommes, aber auch wechselnde Tagesgerichte stehen auf der Speisekarte der Kombüse 22. Da die Grippewelle Teile der Belegschaft dahin gerafft hatte, gab es Mittwoch nur eine kleine Auswahl an Gerichten. Für die angepriesenen Kuchen und Tagesgerichte muss ich also nochmal wieder kommen.


Auf unseren Tellern landeten daher Burger und Currywurst/Pommes. Die Preise sind vergleichsweise fair und der Burger (sogar mit "Käse"!) richtig gut. Pommes und Currysauce konnten auch überzeugen, nur die Wurst kam leider nicht an die Konkurrenz aus Essen heran. Trotzdem: ein nettes Café, sympathische Leute, gutes Essen. Wer es selber ausprobieren möchte: Mittwoch bis Freitag von 17 bis 21 Uhr hat man Gelegenheit dazu!

Und dann saßen wir da, vollgefuttert und zufrieden und noch 2 Stunden Zeit bis zum Konzert. Die Umgebung des Druckluft bot jetzt leider auf den ersten Blick nicht wirklich viele Gelegenheiten zum Zeitvertreib. Also schnell in den Bus und ab zum Centro. Muss man nicht machen, kann man aber, wenn man mal wieder Leute gucken und jedes regionale Vorurteil bestätigen möchte. Die Zeit ging dann plötzlich aber auch sehr schnell um.


Mit etwas Verspätung startete um kurz nach 21 Uhr dann das Konzert. Ich mag ja so kleine Clubkonzerte, bei denen man den Musikern quasi direkt gegenüber steht. Als Support Act betrat zunächst Flamman die Bühne, ein Gitarrist von Kristofer Aström, der auch solo unterwegs ist. Oberhausen war der erste Stop der gemeinsamen Tour und Flamman merklich nervös. Die Gitarre war ganz schnell verstimmt ("What am I doing here??") und der Blick ins Publikum auch eher schüchtern und verlegen. Aber schwer sympatisch.
Wenig später dann Kristofer Aström persönlich. Ein bißchen sehnte ich mir einen bequemen Sessel herbei, denn die ruhige Musik und die melancholischen Texte laden nicht unbedingt dazu ein, mit dem Fuß wippend vor der Bühne zu stehen. Aber toll war es trotzdem. Und Kristofer erstaunlich lustig!
Einziges Manko an diesem Abend waren die zwei Jungs, die sich erst direkt vor den Boxen positionierten, wo es  natürlich trotz ruhiger Musik eher laut war, und sich dann durchgehend laut unterhielten. Nach einem kleinen Machtwort war damit aber auch Schluß. Mehr Respekt vor der Kunst, die Herren!

Gutes Essen, gute Musik und (größtenteils) gute Leute: ein toller Abend! Ich komme wieder.

Mittwoch, 6. März 2013

Hamburg! Die Anreise.



Es gibt Leute, die waren noch nie in Hamburg. Und haben damit eindeutig was verpasst. Um dem entgegen zu wirken, schnappte ich mir am vergangenen Wochenende die kleine N. mit dem Plan, ihr die Perle an der Elbe zu zeigen.

Treffpunkt: Hauptbahnhof Gelsenkirchen, 18 Uhr. Absolut pünktlich fährt dann auch unsere Bahn ein – der HKX, eine relativ neue Alternative zur Deutschen Bahn, der für schmales Geld und mit wenigen Zwischenstopps von Köln nach Hamburg und zurück fährt. Kurze Verwirrung zu Beginn – wo genau finden wir unsere Plätze? Eine durchnummerierte Wagenreihung gibt es nicht und mit den Kürzeln auf den Tickets können wir nichts anfangen (jetzt bin ich schlauer: sie stehen für oberer Doppelstock (oDo) und unterer Doppelstock (uDo)). Die Waggons sind eine Mischung aus alten Wagen mit 6er Abteilen, die ich noch aus den 80ern kenne, und modernen Doppelstockwagen, wie sie die Deutsche Bahn auch in den Regional Expressen einsetzt. Eine nette Zugbegleiterin sieht die Fragezeichen in unseren Augen und sortiert uns direkt in den richtigen Waggon, gibt uns aber noch mit auf den Weg, dass es voll ist. Sehr voll! Und tatsächlich: die Gänge stehen voll mit Koffern, denn leider gibt es kaum Abstellfläche für großes Gepäck. Daher quetsche ich meinen Rucksack unter den Sitz, falte mich selbst irgendwie in den Viererplatz, ohne mich mit den Beinen meines Gegenübers zu verknoten, und dann geht die Fahrt auch schon los. Wenn man einmal sitzt, ist es dann auch sehr angenehm. Das Personal ist sehr freundlich, die Durchsagen teilweise ziemlich unterhaltsam. An Bord gibt es wohl auch ein Bistro mit kleinen Snacks und Getränken zu einigermaßen okayen Preisen (im Bahnhof ist es nicht teurer), aber wir sind Selbstversorger, daher kann ich zu der Qualität des Angebots nicht sagen. 

Nach knapp 3 ½ Stunden kommen wir pünktlich wie die Maurer in Hamburg-Altona, der Endstation, an. Es zwickt nichts (wir hatten also genug Platz zum sitzen), unserem Gepäck geht es gut, die Laune ist bestens. 

Die Rückfahrt zwei Tage später erleben wir ganz genauso. Während die Bahn in Altona noch recht leer ist, nimmt die Fahrt am Hauptbahnhof leichte Loriot-Züge an. Köpfe unter fremden Achseln, Omis, die über Koffer klettern, Geschäftsmänner, die sich kampferprobt ihren Weg durch die Massen bahnen – für die betreffenden Personen sicher nicht angenehm, aber wir haben unseren Spaß. Und wer schon mal zur Hauptverkehrszeit mit der Bahn im Ruhrgebiet unterwegs war, ist solche Szenen gewohnt. Nach 10 Minuten saßen dann auch alle und die Fahrt ging ohne Probleme weiter.

Mein Fazit: Kann man absolut machen. Ich habe auch schon ICEs erlebt, die voller waren. Und bei einem Fahrpreis von 18 Euro erwarte ich persönlich nicht, in einem ruhigen Abteil zu sitzen, meinen Koffer in einem großen Regal wissend und die Füße entspannt auf ein Bänkchen zu stellen. Ich würde es jederzeit wieder tun!

Edit: Die Preise variieren wohl je nach Auslastung und Reisedatum, sind aber trotzdem immer günstig. :)