Sonntag, 30. September 2012

Ein Abend in Dortmund - 12. Dortmunder Museumsnacht

Eine Museumsnacht (fast) ohne Museen. Bei einer großen Auswahl an Austellungen, Aktionen, Konzerten, Lesungen und so weiter ist es aber auch fast unmöglich, sich nur auf Museen zu beschränken.
Wir haben uns mit 2-3 geplanten Zielen nachmittags auf den Weg nach Dortmund gemacht. Nachdem wir aus dem mit Fußballfans vollgestopften Zug fielen, ging es direkt Richtung RWE Tower. Dort wartete die Ausstellung "Beuys is here" im Foyer auf uns. Gezeigt werden dort noch bis zum 02. November zahlreiche Plakate von Joseph Beuys.





Wir waren aber nicht so in Bilderguck-Stimmung, also ging es mit dem Aufzug ab in die oberste Etage, Aussicht gucken. Toll!



Vom Tower spazierten wir durch die viel zu volle Innenstadt (Menschen im Shoppingwahn machen mich ja leicht bekloppt) zum DEW21 Kundenzentrum. Dort trompetete sich nicht nur Skotty, der Eismann die Lippen wund...


...sondern man konnte durch einen kleinen Parcour vor dem Kundenzentrum Segway fahren! Schnell in die Schlange eingereiht und dann 3 Runden lang huuuuuiiiiiii.... Ich muss das auf jeden Fall nochmal machen, vielleicht mal im Rahmen einer Städtetour oder so. Grandios spaßig!



Zurück durch die Stadt und ab zum U. Da wollte ich immer schon mal rein und vorallem rauf, und das war jetzt DIE Gelegenheit. Vor dem U wieder "Kunst". Matratzen mit Bettzeug lagen auf dem Boden, größtenteils lagen auch Menschen drin und stellten eine bestimmte Aussage dar.



Das Ganze hatte bestimmt eine tiefere Aussage, aber manchmal bin ich Banause und so Aktionskunst ist ganz oft nicht so meins. Trotzdem Hut ab vor den Leuten, die den ganzen Abend (mit kurzen Unterbrechungen) dort rumlagen!



Rein ins U und ab in die Ausstellungen. Ob Aktionskunst im Erdgeschoss, interaktiv bei "phono/graph" im zweiten Stock oder der aktuellen Ausstellung des Museums Ostwall "Fluxus - Kunst für alle!" - es gab überall viel zu sehen, zu hören und zu entdecken. So hab ich vor meinem ersten, echten Picasso gestanden, Nadeln über Schallplatten kratzen lassen, eine schlafende Frau im Ballkleid bestaunt und ziemlich bald meine Aufnahmegrenze erreicht. Schade eigentlich, denn mit etwas mehr Zeit und Ruhe wäre es bestimmt noch etwas interessanter gewesen. Aber es war trotzdem toll und den Besuch definitiv wert. Aber dann. DANN! Ging es endlich aufs Dach. Direkt unter das U. Hach. Dunkelblauer Abendhimmel, Vollmond und alles.



Vom U gings weiter zur Reinoldikirche, wo der Held unserer Kindheit zur Lesung lud: Christoph Biemann von der Sendung mit der Maus! Die Kirche war vollgepackt bis auf den letzten Platz, aber wir Füchse eroberten noch zwei Plätze recht weit vorne. Dann erstmal Kirche bestaunen.



Und um halb 9 gehts dann los. Christoph! Im grünen Pulli! Der ist ja in echt genauso wie im Fernsehen! Eine Stunde lang erzählte er uns was über Entdeckungen und Experimente, baute kleine Bomben aus Brausepulver und wir waren gut unterhalten. Und irgendwie auch einfach ein bißchen froh, mal eine Weile zu sitzen.



Halb 10, draußen ist es zappenduster, aber das Wetter ist Bombe. Auf zur U47 und nach Huckarde. Dort wartete die Kokerei Hansa auf uns und unsere Kamera. Da treibe ich mich jahrelang jedes Wochenende in Huckarde rum, fast in Nachbarschaft der Kokerei, und war noch nie da. Das musste geändert werden. Ausstellungen hatten wir für den Tag erstmal genug gesehen, deswegen ging es direkt auf eigene Faust zum Rundgang. Wem der Pott wie mir am Herzen liegt, der kennt das: beim Betreten einer alten Industrieanlage geht einem das Herzken auf. Und so auch hier. Treppen, Türme und viel Metall: dreifach-Hach!




Immernoch nicht müde? Ein bißchen geht noch. Der Sonderbus wartet schon und bringt uns zum Bahnhof. Dort besuchen wir die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, dem ehemaligen Gestapogefängnis. Die kannte ich bisher auch nicht, dabei kommt man wirklich oft dran vorbei. In den ehemaligen Zellen findet man viele Informationen über die Widerstandbewegung in Dortmund zur Zeit des Dritten Reiches, zu Verfolgern und Verfolgten. Einige Zellen wurden rekonstruiert, auch ein Verhörzimmer wurde nachgestellt. An den Innenseiten der Metalltüren sieht man noch die Spuren der Fäuste, die dagegen geschlagen haben. Die Atmosphäre ist nicht so bedrückend wie ich es von anderen Gedenkstätten kenne, kann aber auch zum einen an meiner Müdigkeit, zum anderen an den zwei jugendlichen Mädels liegen, die die meiste Zeit laut schwatzend und lachend durch die Räume rennen oder auf der Treppe "abchillen". Naja. Trotzdem sollte man die Ausstellung mal besuchen, lohnt sich!



Danach war dann aber auch mal gut. 8 Stunden gingen schnell vorbei, wir haben viel gesehen, sind viel gelaufen und hatten sehr viel Spaß. Nächstes Jahr gerne wieder!

1 Kommentar:

  1. Menno, dass ich sowas immer verpasse! Hätte gerne auch mal Christoph live gesehen :)

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