Samstag, 18. August 2012

Reisetagebuch Island, Tag 4 – 17.07.2012

Heute geht es nach dem üblichen Müsli-mit-Babymilch-Frühstück schon etwas früher, um halb 10 los. Wir tun uns mit den Reisebekannten Martin, Anna und Melina zusammen, um gemeinsam die 16 meist flachen Kilometer von Alftavatn nach Emstrur zu gehen. 


Schon nach wenigen 100 Metern heißt es Schuhe aus und einen tosenden, reißenden Fluß überqueren. Okay, nicht ganz so schlimm, aber die Strömung ist wirklich recht stark und das Wasser eisig. Aber alles machbar und nachdem sich alle wieder angezogen haben, geht es weiter durch eine karge, schwarze Wüste. Wiedermal eine total surreale Umgebung. Schwarzer Sand, schwarze Berge, noch mehr schwarzer Sand und weitere schwarze Berge. Die monotone Landschaft ist grandios, aber auch ermüdend.

Profis beim furten


Kurz vor Hälfte der Strecke müssen wir wieder einen tieferen Fluß durchqueren. Hier fahren auch Autos durch! Wir sind mittlerweile Profis im „furten“ und nehmen natürlich nicht die tiefe, ausgefahrene Autospur, sondern eine etwas flachere Stelle an der Seite. Und am nächsten, reißenden Fluß mit tollem Wasserfall machen wir dann auch eine verdiente Pause. Dann geht es weiter durch die karge Landschaft. Die Stimmung ist komisch heute, kaum einer sagt mal was. Die öde Landschaft, der graue Himmel und der gelegentliche Regen scheinen allen etwas aufs Gemüt zu schlagen.




Wunderschöne Einöde

Nach 5 ½ Stunden erreichen wir bei leichtem Nieselregen die Hütte, die in einem grünen Garten inmitten eines schwarzen Tals steht. Überall Asche. Wir sind hier in der Nähe des Eyjafjallajökull, der vor 2 Jahren ausgebrochen ist und für Flugchaos gesorgt hat. Eine Infotafel weißt uns drauf hin, was im Fall eines Vulkanausbruchs zu tun ist. Senken meiden – Erstickungsgefahr durch austretende Gase! Hinter den schwarz-grünen Bergen sehen wir schon den Gletscher, zu dem es morgen geht. 

Die grüne Oase mitten in schwarzen Aschefeldern

Es ist unglaublich beeindruckend hier! Ein Tag fühlt sich an wie drei, man vergisst ganz schnell, was man am Vortag gemacht hat. Ein Hoch auf mein Tagebuch! Fotos können all die Eindrücke gar nicht transportieren. Wir versuchen es natürlich trotzdem. Aber angucken sollte sich das trotzdem jeder mal selbst.

Kommentare:

  1. Die Oase gewinnt auch bei den Bildern bisher. Wirklich großes Tennis (gerade wenn man bisher kaum eine Vorstellung zu dem Land hat).

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    1. Och, warte ab... Ich hab jeden Tag gedacht "Krass! Sticht!". Und dann kam der nächste Tag... Tolles, tolles Land!

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