Donnerstag, 16. August 2012

Reisetagebuch Island, Tag 2 – 15.07.2012

Direkt nach dem Frühstück, bestehend aus Müsli und aufgelöstem Babymilchpulver, machen wir uns an den Anstieg zu unserer ersten Etappe. 12km von Landmannalaugar bis Hrafntinnusker liegen heute vor uns. 

Da laufen sie!

Es geht viel bergauf, ist aber machbar. Das Lauftraining der letzten Monate macht sich schon am ersten Tag bezahlt. Ich bin von uns dreien zwar die Langsamste, das stört mich aber nicht im geringsten. Ich lasse die Jungs in ihrem Tempo vorrennen, genieße die Aussicht über Lavafelder und Schneebedeckte Berge und lasse Island einfach auf mich wirken. Erstmal. Die zwischenzeitliche Mondlandschaft mit schwarzen Steinen, schwarzen Wegen, schwarzen Hängen ist eintönig und irgendwann auch ermüdend. Aber es geht immer weiter, vorbei an stinkenden, brodelnden und dampfenden Löchern, die kochendes Wasser ausspucken, klaren Bächen, großen Schneefeldern und jeder Menge Steine.

Es kocht!


Steine. Und Steine. Und... Steine.

Und dann durch den Schnee


Ich fühle mich vom Tritt her sicherer als letztes Jahr in Norwegen, aber die Angst, abzurutschen, kommt hier und da doch noch durch.

Nach 4,5 Stunden erreichen wir die Hütte mit den Steinkreisen, in denen wir unsere Zelte windgeschützt aufstellen können. Und das ist auch gut so, denn der Wind pfeift uns hier ordentlich um die Ohren! Wir übernachten auf dem Mond, so viel ist sicher. Sehr unwirkliche und unwirtliche Umgebung. Keine Pflanze, kein Insekt – aber irgendwie hat sich ein Vogel hier her verirrt. 

Zelte, Steine und Wind (nicht im Bild)

Das ist hier kein klassischer Sommerurlaub. Es ist kalt, wir sind staubig, meine Fingernägel sind schwarz und die Haare ungewaschen. Es gibt keine Dusche und nur ein Plumsklo – ich könnte mir grade nichts besseres vorstellen!

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