Mittwoch, 29. August 2012

Reisetagebuch Island, Tag 15 – 28.07.2012

Die Campingplatzbesitzerin machen wir heute sehr glücklich als wir ihr sagen, dass ihr Platz in unserem Reiseführer empfohlen wird. Er ist aber wirklich toll! Und das kleine, rote Holzhaus für Toilette und Dusche ist so niedlich!



Erstes Ziel ist heute Höfn an der Küste Richtung Süden. Die Jungs wollen da wandern, allerdings erweist sich der Weg zum Startpunkt der gewählten Tour für unser liebes Auto als nicht machbar. Wir versuchen es ein paar Meter auf der steinigen Strecke, passieren einen Bauernhof und bleiben dann fast im Schotter stecken! Die Bewohner des Hofs haben wahrscheinlich nur laut lachend hinter ihren Gardinen gestanden.

Da Höfn sonst scheinbar nichts zu bieten hat, fahren wir weiter Richtung Skaftafell, wo wir die nächsten zwei Tage wandern wollen. Wobei "wollen" sicher nur für die Jungs zutrifft, ich kann mich irgendwie nur schwer überreden, noch auch nur einen Berg hoch zu kraxeln.

Das Skaftafell gehört zum Vatnajökull, einem riesigen Gletscher. Drittgrößtes Festlandeisvorkommen der Welt, wie Patrick nicht müde wird zu betonen. Und es ist auch wirklich beeindruckend! Schon von weitem zeichnet sich die weiße Masse am Horizont ab. Ich verschlafe den Anblick fast, aber Patrick macht mich wach und spätestens, als wir am Jökulsarlón ankommen, habe ich wieder alle Sinne bei mir. Ein See! Im Sonnenschein! Mit EISBERGEN! Wow, wow, wow!





Nicht so "wow" sind die Busladungen an Touristen, die hier für einen kurzen Aufenthalt rausgeschmissen werden. Alle schön warm eingepackt, Sonnenhut auf, Creme auf der Nase, Kamera im Anschlag. Wir laufen an allen vorbei direkt ans Ufer, denn Patrick will schwimmen gehen. Schwimmen? In salzigen Eiswasser? Na klar, wir sind hier doch im selbsterklärten Badeurlaub!

Als er das Wasser verlässt, packt mich der Neid. Ich muss da jetzt auch rein. Also Klamotten auf bis auf die Unterwäsche und ab ins wirklich kühle Nass. Meine Füße sind noch nicht ganz im Wasser, da habe ich auch schon kein Gefühl mehr drin. Trotzdem: rein da. Ein paar Züge schwimmen. Fast keine Luft kriegen, aber die Endorphine und das Adrenalin jagen durch die Blutbahn. Wahnsinnig toll!

Beweisfoto

Dann schnell wieder raus und in der Sonne aufwärmen. Am See gibt es ein Café. Dort stehen ca. 10 Frauen warm eingepackt für die Toilette an. Ich reihe mich tropfend und in ein Handtuch gewickelt ein und ernte skeptische Blicke.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen