Mittwoch, 15. August 2012

Reisetagebuch Island, Tag 1 – 14.07.2012

Um 6 bringt mein Handywecker ganz Reykjavik um den Schlaf. Wir packen zusammen, setzen uns in den Bus und lernen direkt drei nette Menschen kennen, die jeweils alleine, aber jetzt zusammen unterwegs sind. 4,5 Stunden schaukeln wir mit dem Bus durch unwirkliche Landschaften und Halbschlafphasen. Grün, grau, braun, rot, schwarz – die Farben hier sind der Wahnsinn. 

Erste Schwefelerfahrung. Faule Eier zum Frühstück.
An der Hütte in Landmannalaugar, dem Startpunkt unserer Wanderung, ist es voll, voll, voll. Viele Tagestouristen, aber auch etliche Leute, die wie wir den Laugavegur gehen wollen oder aus der anderen Richtung kommen. Wir bringen unser Gepäck in unseren Zelten unter und besteigen erstmal die nächstgelegenen zwei Berge. Man sollte es nutzen, noch unbepackt irgendwo drauf zu klettern – die nächsten Tage tragen wir alle ca. 20 kg mehr mit uns rum. 

Lava. Moos. Sand. Schnee. Hach.
Die Sonne kommt raus und für die Landschaft um uns herum sind nur schwer Worte zu finden. Hellbraune Berge mit vereinzelten Schneefeldern, türkisgrüne Hänge, schwarze Lavafelder, sattgrüne Wiesen, kleine Bäche in riesigen Flussbetten und außer der Hütte kein Zeichen von Zivilisation weit und breit. Wo bin ich hier und darf ich hier bleiben?

Kaum zurück geht’s dann in die heiße Quelle. Island als Vulkaninsel hat die tolle Eigenschaft, hier und da (und häufig) heißes Wasser direkt aus dem Boden quellen zu lassen. Steht noch eine kalte Quelle daneben und sammeln sich beide Abläufe in einer großen Mulde, hat man einen wohltemperierten See, in dem man sich nach der Wanderung genüsslich entspannen kann. Großartig.

Planschen im warmen Naturbad
Nicht so großartig ist, dass wir unser Kleingeld vergessen haben und deshalb (der Tourismus und die damit verbundene Geldmacherei machen auch vor dem Hochland nicht Halt) keine warme Dusche bekommen. Also wird kalt geduscht. Mit Schreien aus allen drei Duschkabinen und Kopfschmerzen beim Haare waschen. Nun denn.

Schnell noch ein Essen aus der Tüte, dann geht es auch schon ins Zelt. Um 4.15h werde ich wach und denke, meine Uhr ist stehen geblieben. Es ist einfach so wahnsinnig hell hier!

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