Mittwoch, 12. Dezember 2012

Mittwoch, 28. November 2012

Das große Burger-Glück


Am Montag knurrte nach Feierabend der Magen so laut nach was tollem, dass schleunigst was unternommen werden musste. Also ab ins Auto und nach Essen gedüst, um auf der Rüttenscheider Straße bei Hans im Glück, dem Burger Grill einzukehren.

Jetzt hatten wir Glück (haha...total unbeabsichtigter Wortwitz), dass wir noch relativ früh dran waren und uns so einen der wenigen freien und nicht reservierten Tische schnappen konnten. Denn kurze Zeit später wurde es voll. Richtig voll. Und dadurch auch laut. Vielleicht hätte man die Musik im Hintergrund da nicht noch hochfahren müssen. Aber das ist auch schon alles, was ich zu moppern hab, denn: der Laden ist so super!

Angefangen bei der Speisenkarte aus dicker Pappe wie ein Bilderbuch. Auf jeder Seite Zeichnungen aus dem Märchen Hans im Glück, eine gute Auswahl an Getränken, Pommes (eine Portion oder lieber gleich ein ganzes Pfund?) und eine lange, tolle Liste allerfeinster Burger. Auch für Vegetarier und sogar für Veganer lässt sich dort einiges finden!

Meine Wahl fiel auf „Abendrot“, ein Gemüsebratling, getoppt mit Salat, gebratenem Gemüse, Rucola und Parmesan, dazu hausgemachte Burgersoße. Zwischen den drei angebotenen Brotsorten habe ich mich für ein Vollkornbrötchen entschieden und man, war das lecker! Schmackofatz. Dazu ein geteiltes Pfund Pommes.

Zwischen den Bissen blieb noch Zeit, sich den Laden anzugucken. Man sitzt quasi im Wald, zwischen dicken Birkenästen und Vogelhäuschen als Wandlampen. Die Platzdeckchen sind aus dickem Filz, die Teller modern-rustikal und das gesamte Ambiente einfach total gemütlich. Auf jedem Tisch dazu auch die freie Auswahl an diversen Frittensaucen – Ketchup, Majo, was rotes und was süßes (in letzteres hätte ich mich reinlegen können – was war das?).

Coco Lores im Glück!

Ich bin total begeistert und werde definitiv öfter vorbei schauen. Ob in Essen oder bei einer der anderen Niederlassungen in Köln, Wuppertal, München…. Wann kommt eine Filiale nach Castrop-Rauxel?

(Bilder folgen)

Freitag, 23. November 2012

The money pit

Erinnert sich noch jemand an den Film "Geschenkt ist noch zu teuer" mit Tom Hanks? Manchmal fühle ich mich wie im 2012er Remake dieser Komödie und bin froh, dass ich bis jetzt auch noch drüber lachen kann.

Eigentlich rechne ich jeden Tag damit, dass die Badewanne während ich darin dusche durch den Boden kracht oder das Essen im Ofen zum Flugobjekt wird (ich will es nicht beschwören). Nach dem Wasserschaden im April, der uns bis heute ein großes Loch unter der Spüle beschert hat, kam das Schlüsselfiasko, dank dessen wir wochenlang die Haustür nicht benutzen konnten. Die Hausverwaltung hatte einfach mal das Schloss ausgetauscht ohne die Mieter zu informieren und trotz Schließanlage und einheitlicher Schlüssel passten die älteren Modelle nicht mehr da rein. Zum Glück hat das Haus noch einen Hintereingang.

In der Nacht auf Dienstag dann das nächste Highlight. Um 2.30 Uhr werden wir durch lautes Geschepper aus dem Tiefschlaf gerissen und sitzen kerzengrade im Bett. Nanu? Ein kurzer Erkundungsgang durch die Wohnung führt uns zum Bad, das voller Scherben liegt. "Oh, der Spiegel ist runter gefallen!" Tja, tatsächlich. Als ich meinen Blick dann vom funkelnden Boden in Richtung der Stelle schweifen lasse, wo Stunden vorher noch der Spiegel hing, bleibe ich am Waschbecken hängen. Oder an dem, was davon noch übrig ist, denn es fehlt die vordere Hälfte. Das blöde Ding hat einfach aufgegeben und sich samt Spiegel in die Tiefe gestürzt. Freitod von Badezimmermöbeln, ein erschreckendes Phänomen.



Nach kurzem Fluchen und hysterischem Lachen blieb uns dann wohl nichts anderes übrig, als die Scherben aufzuheben, mitten in der Nacht den Staubsauger anzuschmeißen und zu hoffen, die Nachbarn mögen uns gnädig sein. Und dann nach getaner Arbeit wieder ins Bett zu hüpfen, schließlich sollte der Wecker um 6 Uhr klingeln. Tat er auch, aber an Schlaf war in der Zwischenzeit nicht zu denken.

Ich bin echt gespannt, was uns als nächstes erwartet.

Herbstsonne

Und jetzt sag noch mal einer, Herbst und Winter sind bäh. Wenn die eins können, dann hervorragende Sonnenauf- und -untergänge. Isset nich schön?


Montag, 19. November 2012

Der Rest vom Ruhrgebiet: Dorsten


Blogs werden zu Reiseführern mit sehr individuellem Lokalkolorit. Herr Buddenbohm hat für Hamburg damit angefangen und die gute Anne hat die Idee mal für den Pott adaptiert. Find ich gut und lade an dieser Stelle zu einem Ausflug nach Dorsten ein.

Dorsten bezeichnet sich als Tor zum Münsterland und Brücke zum Ruhrgebiet. Ich bin in den nördlichen Dörfern Rhade und Lembeck aufgewachsen und müsste mich daher wie viele meiner dortigen Freunde eher als Westfale denn als Pottkind fühlen. Tu ich aber nicht. Und eigentlich sind wir ja auch nur Zugezogene.

Als meine Großeltern in den 60ern aus der „großen Stadt“ Dorsten aufs Land nach Rhade zogen, war meine Mutter mit ihren kurzen Haaren und Hosen eine Exotin unter ihren in Klischees gekleideten Mitschülerinnen. Wenn Opa sich morgens in den Fiat 500 setzte, um mit seinen Kollegen nach Bochum zu Opel zu fahren, konnte man ihm weit über die umliegenden Felder hinterher winken, bis er kurz vor Dorsten hinter der Kurve verschwand. Heute liegt das Grundstück mitten in der besten Lage des Ortes, nah am Bahnhof, der morgens große Mengen an Berufspendlern aus dem Münsterland Richtung Essen schickt.

Bevor ich eingeschult wurde, nahm Opa („Oppa“ ausgesprochen, wir sprechen doch kein Hochdeutsch!) mich jeden Morgen mit in die Stadt, die Uroma im Altenheim besuchen. Danach dann am Marktplatz ein Rosinenbrötchen auf die Hand, an der Kneipe meiner Urgroßeltern (seinen Schwiegereltern) vorbei. Er erzählte mir immer wieder die gleiche Geschichte, wie er damals um Oma geworben hat, die kleine Schwester seines besten Freundes, die zu gut war für den Sohn eines Bergarbeiters. Trotzdem haben sie sich heimlich getroffen, er hat ihr Schokolade geschenkt bis sie darum bat, dass er doch besser in feine Strumpfhosen investieren sollte, da hätte sie mehr von. „Als Oma und ich noch poussiert haben“, erzählte er immer. Wenn Oma das hörte, winkte sie kichernd ab.

Als ich später zum Gymnasium ging, fuhr ich jeden Tag zweimal an der Zeche Fürst Leopold vorbei. Der Förderturm war täglich zuverlässig in Bewegung, bis plötzlich in den Zeitungen davon die Rede war, dass das Zechensterben auch in Dorsten angekommen ist. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich kurz vor dem Abi 2001 aus dem Bus auf den Förderturm blickte und sich nichts mehr bewegte. Schluss mit Bergbau.

Keine Ahnung, ob es daran lag oder ich es mit zunehmendem Alter bewusster wahrnahm, aber ab 2001 ging es auch mit der Innenstadt bergab. Das Lippetorcenter, ein kleines Einkaufszentrum direkt am Kanal, wurde immer leerer und ist inzwischen ganz zu. In der Innenstadt traten immer mehr Leerstände auf, die Euroshops und Handyläden nahmen zu. Am anderen Ende der Stadt wurde ein riesiger Betonklotz errichtet, in dem ein großer Supermarkt ansässig ist. Das neu errichtete Schwimmbad schreibt seit der Eröffnung nur rote Zahlen. Und die eine Hand voll guter Kneipen, in die man als junger Mensch gehen konnte, haben auch schon lange geschlossen.

Doch die Stadt macht sich. Die Innenstadt wird belebter, der Einzelhandel nimmt zu und auch wenn man das wahrscheinlich nicht als Indikator für irgendwas sehen kann, aber auch große Ketten wie das schwedische Bekleidungshaus lassen sich jetzt dort nieder. Museen wie das Jüdische Museum Westfalen oder das Heimatmuseum in Schloss Lembeck laden zu Besuchen ein, die Hohe Mark ist ein gern gewähltes Ausflugsziel für die Städter aus dem Pott und man gibt sich sichtlich Mühe, mit Veranstaltungen über das ganze Jahr Besucher in die „kleine Hansestadt an der Lippe“ zu locken.

Am Kanal trifft sich an warmen Sommertagen noch heute Jung und Alt. Ganz wagemutige (und lebensmüde) springen von den Kanalbrücken und wenn sie ganz bescheuert sind, hängen sie sich an die vorbeifahrenden Schiffe. Im Winter war der Kanal ein paar Mal zugefroren, aber drauf getraut haben wir uns nie.

Die Lippe fließt nur wenige hundert Meter weiter. Mit 6 haben eine Freundin und ich dort mal den Kleinen Wassermann vermutet und sind auf der Suche nach ihm fast in die Stromschnellen gefallen. Heute kann man den Fluß mit der Fähre Baldur unter Einsatz von Muskelschmalz queren.

Wie viele Städte im Ruhrgebiet, die im Krieg zerbombt wurden, ist Dorsten objektiv betrachtet an vielen Stellen vielleicht nicht schön. Aber es ist Heimat. Und jede Straßenecke ist für mich mit Erinnerungen verbunden. Und das ist doch, was zählt.

Statt Fotos zum Abschluss ein Imagefilm, den der Bruder vor einiger Zeit mal für die Stadt gemacht hat:


Mittwoch, 31. Oktober 2012

Zürich! St. Gallen! Luzern!

Zapperlot! Jetzt ist mir in den letzten Tagen doch glatt das Leben zwischen meine Einträge gesprungen. Kein Platz für ausschweifende Schweiz-Berichte, dabei war es doch toll. So toll!

Bevor ich nun mein Haupt für einige wenige Stunden auf mein Kissen bette, bevor es dann in tiefer Nacht an die 10-Stunden-Fahrt nach Wien geht (dieses Globetrotter-Leben, es ist kein leichtes, ich sag es euch!), lasse ich euch hier nun wenigstens ein paar Bilder da. Drei Städte in vier Tagen, das alles total ungeplant, aber umso besser.

Los gings mit Zürich. Ankommen, über die hohen Preise für schnell-mal-was-zu-beißen wundern, bis zum nächsten Supermarkt hungern, dann endlich total überteuerte Plunderteilchen. Ein Frühstsück ganz nach meinem Gusto!

Dann Stadt gucken. Zürich ist für mich so das Düsseldorf der Schweiz, ziemlich schicki-micki an manchen Stellen. Statt Rhein gibts den See, bergiger ist es auch, aber trotzdem. Wenn man von den Pradamenschen mal absieht, gibt es aber auch sehr viel schönes zu entdecken.

Einen tollen Flohmarkt. Beste heiße Schokolade bei Sprüngli. Den schönsten Tisch der Welt bei Walter. Den Containerstapel namens Freitag-Store (toll!). Vergleichsweise günstige und pünktliche Bahnen. Ein Schokoregal zum glücklich werden. Einen Zoo mit Gorillababys. GORILLABABYS!!

Morgens, halb 11 in Zürich. Endlich. Essen.

Compared to what?

Mittagessen, finanziell vertretbar.

Bevorzugte Wanddekoration

Tolle Fenster im Grossmünster

Ich versuche mit als Cecilia Giméne




Dann St. Gallen. Hier heißt der See Bodensee und wenn man sich oben auf den Hügel stellt, kann man nach Deutschland rüber winken. St. Gallen ist sonntags sehr ruhig, zumindest im Zentrum. Super schöne Stiftskirche, bunte  St. Laurenzen Kirche mit der beklopptesten Erklärung für bunte Dachpfannen, die ich jemals gehört hab (Wieso hat die Kirche ein buntes Dach? - Damit es nicht rein regnet! Logisch...). Sehr aufwändig geschnitzte Erker an den Häusern, dort habe ich sogar unsere Angela Merkel mit Spitzbusen entdeckt. Jahrmarkt war auch und Messe obendrein, in die Richtung wurde es dann sehr voll, haben wir uns verkniffen. Aber das Messebähnli musste aufs Foto.



Zu viel Kultur macht müde

Der Regenschutz in voller Pracht


Obstauslage. Frischeregal.

Unsere Kanzlerin trägt Pushup


Kurz vor Schluß dann noch ein Tag in Luzern. Wieder mit einem See, diesmal der Vierwaldstätter. Allerschönstes Wetter mit Sonne, glitzerndem Wasser und schneebedeckten Bergen. Kitschiger geht kaum! Dementsprechend glückliche Menschen all überall und ein schlafender Löwe am Gletscherpark. Und verzweifelte Anzugträger, die gefrässigen Schwänen nichts von ihrem Mittagessen abgeben wollten. Eine tolle Stadt. Ein toller Kurzurlaub!

Kapellbrücke

...the lion sleeps tonight...

Rätselhafte Nachrichten am Gletscherpark

Die volle Schweizidylle


Happy People I

Happy People II

Nicht ganz so happy people

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Zürich! - Die Erste

Jetzt sind wir schon eine Woche wieder da und ich bin heute erst zum Fotos sichten gekommen... Aber gut, so hat man ein bißchen länger was vom Urlaub.

Zürichsee und Berge
Letzte Woche verschlug es uns also für 4 Tage nach Zürich. Eher ungeplant, denn für die Buchung haben wir zum ersten Mal das Blind Booking von Germanwings genutzt. Da wählt man aus, an welchem Tag man von wo und bis wann fliegt und entscheidet sich für eine Kategorie (Party, Kultur, Shopping, Metropole...), kann dann noch ein paar Ziele der dort aufgeführten europäischen Städte ausschließen und fliegt dann für schmales Geld ins Ungewisse. Naja, fast, denn sobald man die Buchung verbindlich abgeschlossen hat, wird der Vorhang gelüftet.

Wir haben die deutschen Städte ausgeschlossen und der Zufall (oder die noch verfügbaren Flüge) hat uns dann in die Schweiz geschickt. Da wollten wir eh längst mal hin!

Wer spontan ist und Überraschungen mag, dem kann ich dieses Prinzip nur ans Herz legen!

Los ging es dann Samstag Früh um 7 Uhr ab Köln/Bonn. Natürlich machte Germanwings seinem Ruf der letzten Wochen alle Ehre und ließ den Flieger wegen technischer Überprüfungen erst eine Stunde später starten. Die Lüftung über unseren Sitzen haben wir dann lieber aus gelassen.

St. Gallen, Bodensee und ein Gruß rüber nach Deutschland

In Zürich wartete dann die nächste Überraschung auf uns. Statt uns ein teures Hotelzimmer zu suchen, haben wir unsere Unterkunft über wimdu gebucht. Habe ich erst zu diesem Anlass entdeckt und spontan für gut befunden. Bei anderen Leuten zu wohnen, gibt einem einfach einen ganz anderen Blick auf die Stadt, in der man sich aufhält. Von Annehmlichkeiten wie einer nutzbaren Küche und einem vergleichsweise günstigen Preis ganz zu schweigen. Und mit unserem Gastgeber Greg haben wir dann tatsächlich auch das große Los gezogen. Insidertipps zu Zürich und Umgebung inklusive.

Deshalb auch hier meine wärmste Empfehlung, wenn man lokalen Anschluss einem anonymen Hotelzimmer vorzieht!

Luzern, Viewaldstättersee, Sonne, Berge und Schnee
Den kurzen Urlaub haben wir dann nicht nur genutzt, um uns Zürich anzuschauen, sondern wir wurden auch von Greg bis nach St. Gallen gefahren und haben uns an einem Tag Luzern angeguckt. Alles schön und toll und viele Fotos, daher gibt es in gewohnter Reisebericht-Manier in den nächsten Tagen mehr dazu!

Samstag, 20. Oktober 2012

Like a monkey - Kletterhalle Bergwerk in Dortmund

Wenn man mit einem Sportlehrer zusammen ist, kommt man nicht drum herum, die gemeinsame Freizeit hin und wieder in sportlicher Umgebung zu verbringen. So meldet man sich dann plötzlich zu aberwitzigen Laufveranstaltungen an... oder besucht richtig spaßige Etablissements wie die Kletterhalle Bergwerk in Dortmund Huckarde in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kokerei Hansa.



3600 qm Kletterfläche mit bis zu 20m hohen Wänden tun sich vor uns auf und ich bestaune kurz die Leute an den Seilen, geh dann aber ganz schnell in den Boulderbereich.



Bouldern ist klettern ohne Seil und Sicherung in geringerer Höhe, mit einer weichen Matte auf dem Boden und einer Menge Routen in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Während die Profis an einer Hand und mit einem Fuß an der Decke von der Wand hängen, versuche ich mich erstmal an einer gelben (vergleichsweise leichten) Route, die die Wand entlang geht und nicht von mir verlangt, mich zu verknoten. Bißchen kniffelig, das Ganze. Also doch lieber noch ein paar grüne (und leichtere) Routen, man will ja auch Erfolgserlebnisse. Und ich komme dann tatsächlich auch ein paar Mal vom Start- zum Zielpunkt. Toll!



Es dauert zwar nur ca. 20 Minuten, bis meine Arme so lahm sind, dass ich kaum noch meine Wasserflasche heben kann, aber egal. Das können wir ruhig öfter machen!

Jetzt spiele ich mit dem Gedanken, den Sicherungskurs zu besuchen, um bald auch an die Kletterwand gehen zu können und meine Begleitung beim hochkraxeln nicht fallen zu lassen...

Donnerstag, 11. Oktober 2012

Es gibt keine bessere Zeit, als jetzt

Da ist man mal ein paar Tage nicht zu Hause, und schon sind alle Bäume so richtig gelb-braun. Der Herbst ist wohl jetzt nicht mehr zu verleugnen, aber eigentlich macht mir das auch gar nichts, ich mag diese Jahreszeit. Und bei so einem strahlend blauen Himmel wie heute sowieso.

Wie auch immer.

Ich habe mich die letzten Tage in Stuttgart rumgetrieben. Bis auf einen kurzen Abendspaziergang durch die Innenstadt (weiß jemand, warum da alle Bäume voller laut zwitschernder Vögel sind?) und die Autofahrten vom Hotel zur Porsche Arena war leider nicht viel Zeit, um die Stadt anzusehen. Aber aus früheren Erfahrungen weiß ich, dass Stuttgart wirklich ganz nett ist und einige nette Läden, Cafés, Restaurants und Parties zu bieten hat. Ein Besuch lohnt sich also mal!

Der Microsoft-Mann sieht das auch so
Ich war allerdings wegen der Deutschen Partnerkonferenz von Microsoft da. 2 Tage Vorträge und Diskussionen zum neuen Betriebssystem Windows 8, zum neuen Windows Phone und zu Businesslösungen, dazu ein Besuch von Frank Schätzing, der uns mit auf eine Reise in die Zukunft nahm, wie sie garantiert nicht wird - nämlich so, wie wir sie uns in den schrecklichsten Filmen ausmalen. Oder vielleicht doch? Hat vielleicht jemand genau den Plan im Kopf, eine Zukunft zu gestalten, die unseren eigenen größten Ängsten gerecht wird? Warum kriegen wir dann nicht selbst mal den Arsch hoch und entwerfen einen anderen Plan, von mir aus mit bunten Regenbögen und Seifenblasen? Geschrieben steht noch gar nix, wir sollten aufhören mit unserer Angst vor dem, was kommt, uns auf das konzentrieren, was ist, und schauen, dass wir das Beste aus dem machen, was wird.

Amen. ;)


Sonntag, 30. September 2012

Ein Abend in Dortmund - 12. Dortmunder Museumsnacht

Eine Museumsnacht (fast) ohne Museen. Bei einer großen Auswahl an Austellungen, Aktionen, Konzerten, Lesungen und so weiter ist es aber auch fast unmöglich, sich nur auf Museen zu beschränken.
Wir haben uns mit 2-3 geplanten Zielen nachmittags auf den Weg nach Dortmund gemacht. Nachdem wir aus dem mit Fußballfans vollgestopften Zug fielen, ging es direkt Richtung RWE Tower. Dort wartete die Ausstellung "Beuys is here" im Foyer auf uns. Gezeigt werden dort noch bis zum 02. November zahlreiche Plakate von Joseph Beuys.





Wir waren aber nicht so in Bilderguck-Stimmung, also ging es mit dem Aufzug ab in die oberste Etage, Aussicht gucken. Toll!



Vom Tower spazierten wir durch die viel zu volle Innenstadt (Menschen im Shoppingwahn machen mich ja leicht bekloppt) zum DEW21 Kundenzentrum. Dort trompetete sich nicht nur Skotty, der Eismann die Lippen wund...


...sondern man konnte durch einen kleinen Parcour vor dem Kundenzentrum Segway fahren! Schnell in die Schlange eingereiht und dann 3 Runden lang huuuuuiiiiiii.... Ich muss das auf jeden Fall nochmal machen, vielleicht mal im Rahmen einer Städtetour oder so. Grandios spaßig!



Zurück durch die Stadt und ab zum U. Da wollte ich immer schon mal rein und vorallem rauf, und das war jetzt DIE Gelegenheit. Vor dem U wieder "Kunst". Matratzen mit Bettzeug lagen auf dem Boden, größtenteils lagen auch Menschen drin und stellten eine bestimmte Aussage dar.



Das Ganze hatte bestimmt eine tiefere Aussage, aber manchmal bin ich Banause und so Aktionskunst ist ganz oft nicht so meins. Trotzdem Hut ab vor den Leuten, die den ganzen Abend (mit kurzen Unterbrechungen) dort rumlagen!



Rein ins U und ab in die Ausstellungen. Ob Aktionskunst im Erdgeschoss, interaktiv bei "phono/graph" im zweiten Stock oder der aktuellen Ausstellung des Museums Ostwall "Fluxus - Kunst für alle!" - es gab überall viel zu sehen, zu hören und zu entdecken. So hab ich vor meinem ersten, echten Picasso gestanden, Nadeln über Schallplatten kratzen lassen, eine schlafende Frau im Ballkleid bestaunt und ziemlich bald meine Aufnahmegrenze erreicht. Schade eigentlich, denn mit etwas mehr Zeit und Ruhe wäre es bestimmt noch etwas interessanter gewesen. Aber es war trotzdem toll und den Besuch definitiv wert. Aber dann. DANN! Ging es endlich aufs Dach. Direkt unter das U. Hach. Dunkelblauer Abendhimmel, Vollmond und alles.



Vom U gings weiter zur Reinoldikirche, wo der Held unserer Kindheit zur Lesung lud: Christoph Biemann von der Sendung mit der Maus! Die Kirche war vollgepackt bis auf den letzten Platz, aber wir Füchse eroberten noch zwei Plätze recht weit vorne. Dann erstmal Kirche bestaunen.



Und um halb 9 gehts dann los. Christoph! Im grünen Pulli! Der ist ja in echt genauso wie im Fernsehen! Eine Stunde lang erzählte er uns was über Entdeckungen und Experimente, baute kleine Bomben aus Brausepulver und wir waren gut unterhalten. Und irgendwie auch einfach ein bißchen froh, mal eine Weile zu sitzen.



Halb 10, draußen ist es zappenduster, aber das Wetter ist Bombe. Auf zur U47 und nach Huckarde. Dort wartete die Kokerei Hansa auf uns und unsere Kamera. Da treibe ich mich jahrelang jedes Wochenende in Huckarde rum, fast in Nachbarschaft der Kokerei, und war noch nie da. Das musste geändert werden. Ausstellungen hatten wir für den Tag erstmal genug gesehen, deswegen ging es direkt auf eigene Faust zum Rundgang. Wem der Pott wie mir am Herzen liegt, der kennt das: beim Betreten einer alten Industrieanlage geht einem das Herzken auf. Und so auch hier. Treppen, Türme und viel Metall: dreifach-Hach!




Immernoch nicht müde? Ein bißchen geht noch. Der Sonderbus wartet schon und bringt uns zum Bahnhof. Dort besuchen wir die Mahn- und Gedenkstätte Steinwache, dem ehemaligen Gestapogefängnis. Die kannte ich bisher auch nicht, dabei kommt man wirklich oft dran vorbei. In den ehemaligen Zellen findet man viele Informationen über die Widerstandbewegung in Dortmund zur Zeit des Dritten Reiches, zu Verfolgern und Verfolgten. Einige Zellen wurden rekonstruiert, auch ein Verhörzimmer wurde nachgestellt. An den Innenseiten der Metalltüren sieht man noch die Spuren der Fäuste, die dagegen geschlagen haben. Die Atmosphäre ist nicht so bedrückend wie ich es von anderen Gedenkstätten kenne, kann aber auch zum einen an meiner Müdigkeit, zum anderen an den zwei jugendlichen Mädels liegen, die die meiste Zeit laut schwatzend und lachend durch die Räume rennen oder auf der Treppe "abchillen". Naja. Trotzdem sollte man die Ausstellung mal besuchen, lohnt sich!



Danach war dann aber auch mal gut. 8 Stunden gingen schnell vorbei, wir haben viel gesehen, sind viel gelaufen und hatten sehr viel Spaß. Nächstes Jahr gerne wieder!

Montag, 24. September 2012

Der Himmel über Castrop-Rauxel


Mit Zechenturm.24.09.12, 19.40 Uhr.

Ein bärtiger Abend mit Bier

Im Freundeskreis wird sich fleißig vermählt und hier und da fällt dann auch sowas wie ein Junggesellenabschied an. Weil wir too cool for Bauchladen sind, haben wir uns für den aktuellsten Bräutigam was bodenständiges ausgesucht: eine Führung in der Hövels-Brauerei in Dortmund.



Schon ein paar Bier intus, ging es am späten Nachmittag mit einem netten, älteren Herrn in die Katakomben der alteingesessenen Brauerei, um das Geheimnis der Bierherstellung zu lüften. Wir hatten nach mehreren Gläsern Probebier leider zu sehr einen im Schlappen, um uns das Geheimnis merken zu können, aber schön wars trotzdem. Hat man als Führer in einer Brauerei eigentlich grundsätzlich ein Alkoholproblem? Oder bildet man da Resistenzen? Unser Begleiter hat auf jeden Fall fleißig mitgetrunken und war vom Engagement unserer Gruppe schwer begeistert. Ein großer Spaß!



Essen kann man in der Brauerei auch gut! Als Grundlage für den weiteren Verlauf des Abends schaufelten wir hungrig die vollen Teller mit deftigen Leckereien in uns rein. Nette Bedienung, ordentliche Portionen und ein angenehmes Ambiente. Wem nach rustikalem, guten Essen ist, dem sei die Hövels Brauerei wärmstens ans Herz gelegt!

Das Essen war nicht mehr ganz so fotogen.... aber leckerstens!

Und da man als Frau ja eigentlich nichts auf einem Junggesellenabschied verloren hat, hab ich mir für den Abend mal nen Bart stehen lassen.